Historie von Mentoring Hessen

Das MentorinnenNetzwerk für Frauen in Naturwissenschaft und Technik wurde 1998 auf Initiative der Frauenbeauftragten der TU Darmstadt und der FH Frankfurt als eines der ersten Mentoring-Projekte an bundesdeutschen Hochschulen  ins Leben gerufen. Die Finanzierung erfolgte von 1998 bis 2006 durch das Hessische Ministerium für Wissenschaft und Kunst (HMWK) aus Mitteln des Hochschulwissenschaftsprogramm (HWP). Als eines der ältesten und größten Mentoringprojekte war es Vorreiter in Sachen Mentoring an bundesdeutschen Hochschulen und Best-Practice-Modell für viele nachfolgende Programme. Seit 2004 beteiligen sich alle zehn hessischen Universitäten und Fachhochschulen und haben die Finanzierung schrittweise übernommen. 2015 kam die neu gegründete Hochschule Geisenheim als Hochschule neuen Typs hinzu. Zur Stärkung der Zusammenarbeit mit Unternehmen und Forschungseinrichtungen wurde bereits ab 2004 eine Förderallianz ins Leben gerufen und kontinuierlich ausgebaut.

SciMento wurde 2005 auf Initiative von Prof. Dr. Anna Starzinski-Powitz als Pilotprojekt an der Goethe-Universität Frankfurt durchgeführt, finanziert vom Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst (HMWK). Es war das erste Gruppen-Mentoring für Nachwuchswissenschaftlerinnen der naturwissenschaftlich-technischen Fächer an einer deutschen Universität. Nach dem erfolgreichen Abschluss des Piloten unterstützte das HMWK ab 2010 die Etablierung von SciMento an den hessischen Universitäten, die damit ein ausgereiftes und erprobtes Instrument zur Förderung des weiblichen Wissenschaftsnachwuchses übernehmen konnten.

ProProfessur startet 2008 als Pilotprojekt der fünf hessischen Universitäten zur Förderung des Professorinnen-Nachwuchses auf Initiative der Frauenbeauftragten der Goethe-Universität Frankfurt und der TU Darmstadt und mit Unterstützung des HMWK gestartet. Das Programm verfügt über eine lange Erfahrung mit der erfolgreichen Umsetzung des Konzepts für die hoch qualifizierte Zielgruppe und wurde entsprechend der Evaluationsergebnisse kontinuierlich weiterentwickelt. Von den insgesamt 178 geförderten Wissenschaftlerinnen sind bereits 64 in der Professur (Stand: Juli 2016). Das entspricht einem Berufungsanteil von 36 % und liegt somit deutlich über dem Bundesdurchschnitt an neu berufenen Professorinnen, der bei 30 % liegt (aktuellster Stand 2013).

Reorganisation der Mentoring-Projekte

Die Konferenz Hessischer Universitätspräsidien (KHU) hat 2013 eine Zusammenführung der drei hessischen Mentoring-Projekte für Frauen, MentorinnenNetzwerk, SciMento und ProProfessur angeregt. Ziel war die Entwicklung und Implementierung einer zukunftsfähigen aufeinander aufbauende Gesamtstruktur sowie  die Etablierung einer Governance-Struktur durch die beteiligten Hochschulen. Durch die systematische Verknüpfung sollten Synergien genutzt, Überschneidungen vermieden sowie den sich verändernden Bedürfnissen der Hochschulen und Teilnehmerinnen Rechnung getragen werden.

Die von der KHU eingesetzte „KHU-AG zur Reorganisation der Mentoringprogramme“ hat den Prozess federführend begleitet und kooperierte dabei mit der HAW Hessen, Vertretern der Wirtschaft und Vertretern der außeruniversitären Forschung. Einbezogen wurden auch Vertreterinnen der Landeskonferenz der Hessischen Hochschul-Frauenbeauftragten (LAKOF) und die Projektleiterinnen der bestehenden Mentoring-Programme. Für die externe Begleitung des Organisationsentwicklungs-Prozesses wurde Dr. Klaus Doppler beauftragt (Doppler Organisationsberatung & Verhaltenstraining GmbH München).

Die neue Organisationstruktur wurde in einer Übergangsphase erfolgreich etabliert, so dass Mentoring Hessen 2017 mit einem überzeugenden Konzept zur Förderung von Frauen in Wissenschaft und Wirtschaft an den Start gehen konnte.